Komplettabbruch Dienstbahnbrücke Kriessern - Mäder
Komplettabbruch Dienstbahnbrücke Kriessern - Mäder
Die baufällige Dienstbahnbrücke der Internationalen Rheinregulierung zwischen Mäder und Kriessern stellte im Hochwasserfall ein zu grosses Risiko dar. Ein 1‘000 Tonnen Schwerlastkran hob im März 2020 die letzten grossen Brückenteile aus dem Rhein.
Die Dienstbahnbrücke diente der Internationalen Rheinregulierung seit 1948 vorwiegend für Materialtransporte mit der Dienstbahn vom Steinbruch Koblach bis zum Bodensee. Nach der Schliessung des Steinbruches im Jahr 2007 wurde die Brücke vom Verein Rhein-Schauen für Publikumsfahrten mit dem Rheinbähnle genutzt. Eine zu grosse Gefahr bei Hochwasser führte schliesslich zu einem Teilabtrag im Jahr 2012 (Siehe Bild unten: Originalzustand 2012).
Für die Sicherheit besonders problematisch war der geringe Abstand zwischen den Brückenpfeilern im Vorland Seite Schweiz. Bei einem Hochwasser kann dies zu einer starken Ansammlung von Schwemmholz führen. Die Wirkung ist wie bei einer Staumauer - das Wasser wird zurückgehalten. Dies kann zu einem Anstieg des Wasserspiegels oberhalb der Brücke und einer möglichen Dammüberströmung führen. Ein solches Szenario hat beispielsweise im Jahr 1927 bei der ÖBB-Brücke über den Rhein bei Schaan-Buchs zu einem Dammbruch und grossflächigen Überflutungen im Fürstentum Liechtenstein geführt.
Hauptakt mit 1‘000 Tonnen-Schwerlastkran
Nach dem Teilabbruch im Jahr 2012 wurde ein Wiederaufbau der Brücke unter Berücksichtigung eines verbesserten Hochwasserschutzes geprüft. Dieses Vorhaben stellte sich aber als nicht umsetzbar heraus. Die Rheinbauleiter Österreichs und der Schweiz haben deshalb in Absprache mit dem Verein Rhein-Schauen und den anliegenden Gemeinden den Komplettabbruch vorbereitet. Nachdem sämtliche Bewilligungen des Kantons St. Gallen und des Landes Vorarlberg vorlagen, konnten die Abbrucharbeiten wie geplant Anfang 2020 gestartet werden.
Für den Abbruch der noch vorhandenen beiden Brückentragwerke sowie der Pfeiler im Mittelgerinne kam im März 2020 ein 1‘000 Tonnen Raupenkran zum Einsatz. Dieser hob vom Schweizerischen Vorland aus die schweren Brückenteile aus dem Mittelgerinne des Rheins. Die Zerteilung der Tragwerke im Rheinvorland sowie die Rekultivierung beider Vorländer inklusive der Dammböschungen erfolgte bis zum Frühling 2020.